Sonntag, 22. Mai 2011

Ist ein Blackout im Winter 2011/12 realistisch?

Umwelt- und Energiepolitiker von SPD und Grünen schätzen die Gefahr eines weitflächigen Stromausfalls in Deutschland gering ein. Spekulationen über einen drohenden Blackout bezeichnete Grünen-Fraktionschef Trittin als „hochgradig unseriös“. „Es wird nach unserer Auffassung keine Probleme geben.“ (zitiert in: Berliner Morgenpost, 22.05.11)
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Kleinfeld: Schneller Ausstieg - Risiko für die industrielle Entwicklung in Deutschland

Klaus Kleinfeld, frühere Siemens-Vorstand und heute Chef des Aluminiumriesen Alcoa, gehört zu den einflussreichsten Managern in den USA.
Alcoa werde angesichts der Energiedebatte keine neuen Produktionsstätten in Deutschland aufbauen: "Wenn es um die Herstellung des Grundmaterials geht, gibt es weltweit genügend Standorte, an denen Energie deutlich günstiger und trotzdem sauber ist", sagte Alcoa-CEO Klaus Kleinfeld der "Welt am Sonntag" (WaS). Alcoa unterhalte derzeit vier Standorte in Deutschland, an denen Aluminium weiterverarbeitet wird.
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Freitag, 20. Mai 2011

Tschernobyl-Bäume passen sich an

Forscher fanden heraus, dass sich die strahlungsempfindliche Erbsubstanz DNA im Zellkern bis zu einem gewissen Grad selbst vor Radioaktivität schützen kann. „Für uns war es sehr überraschend, dass wir an vielen Regionen des großen Genoms der Kiefer Veränderungen beobachten konnten, die offenbar als Anpassung auf die erhöhte Strahlung zu sehen sind“, so der Leiter des Forschungsprojekts, Professor Reiner Finkeldey. (Universität Göttingen, 20.04.2011, in: scinexx)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Die vierte Generation der Kernkraftwerke schließt GAUs naturgesetzlich aus

2008 sagte Fritz Vahrenholt, Geschäftsführer der RWE-Tochter RWE Innogy:  
"Die vierte Generation der inhärent sicheren Kernkraftwerke, wozu etwa der Hochtemperaturreaktor gehört, schließt GAUs naturgesetzlich aus." 
Das Problem der Endlagerung wäre mit Hilfe der Transmutation zu lösen, die Kernenergie wäre beherrschbar und fehlertolerant. Darüber gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Energiekonzerne wissen dies, aber sie hören diese Nachricht nicht besonders gerne. schließlich lässt sich mit den alten Atomkraftwerken sehr viel mehr Geld verdienen (Gewinnmarge 40%). Auch mit der Wiederaufbereitung, den Transporten und der Endlagerung lässt sich sehr viel Geld verdienen. Und darauf wollen sie nicht freiwillig verzichten. Und die Atomkraftgegner? Was wären sie ohne Castortransporte? In diesem Punkt sind sich beide Seiten einig: Joschka Fischer ist wohl kaum umsonst seit 2009 als Berater bei RWE tätig.

>>> Transmutation

Dienstag, 17. Mai 2011

Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?

Am 14.09.2010, fast genau ein halbes Jahr vor dem Reaktorunglück in Fukushima, schrieb die „Welt“: „Der Energiesprecher von Greenpeace indes lehnte die Transmutation ab, er ziehe die Endlagerung vor. Ein Schelm, wer dabei denkt, das Problem der Entsorgung solle als Druckmittel vorerst ungelöst bleiben. Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?“ (Kulke, Ulli; Transmutation. Atommüll wird in 20 Jahren nicht mehr strahlen, in: Welt Online, 14.09.2010)
Dieser Satz prägte sich mir ein: "Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?“Und ich begann, dieser Sache nachzugehen.
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RWE beteiligt sich an AKW in den Niederlanden

Spiegel Online meldet, dass RWE plant, sich mit einer Milliarden-Investition am Bau eines Atommeilers in den Niederlanden zu beteiligen.

Sonntag, 15. Mai 2011

AKW Grafenrheinfeld: Riss im Rohr

Die Mainpost meldete am 12. Mai, dass der Leiter des AKW Grafenrheinfeld einen Riss im Rohrstutzen im Primärkreislauf bekanntgegeben hat. (in: Mainpost, 12.05.11)
Der Bayerische Rundfunk hatte am 16.02.11 bereits darüber berichtet: BR, Risse im Rohr und im Vertrauen?
Ich weiß nicht, wie lange der Riss dort schon vorhanden war, ob und warum niemand darauf bestanden hat, das Rohrstück auszuwechseln. Die Informationen fließen spärlich. Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, ob Informationen bewusst zurück gehalten werden oder ob Gleichgültigkeit oder Wissensmangel der Grund dafür sind. Es liegt auch nicht am "Kapitalismus"; denn der wechselt keine Rohre aus. Ich finde es  richtig, dass die Bürger Rechenschaft von den Betreibern einfordern und hartnäckig bleiben, so lange bis die Fehler beseitigt sind.  
Wenn aber jemand aus diesem Vorfall schließt, dass AKW viel zu gefährlich sind und abgeschaltet werden müssen, weil sie nicht beherrschbar seien und Menschen eben Fehler machten, dann frage ich mich, warum mann dann nicht fordert, die Kohle- und Gasförderung komplett einzustellen?
Mit jedem Barrel Öl und jedem Kubikmeter Gas werden große Mengen radioaktiver Abfälle an die Oberfläche gepumpt. Schlämme, Abwässer und Ablagerungen sind mit Radium 226, Polonium 210 und anderen gefährlichen Stoffen versetzt. Allein in Deutschland werden auf diese Weise 700 bis 1700 Tonnen hoch giftiger, radioaktiver Müll jährlich produziert und verschwinden unkontrolliert und ungekennzeichnet auf irgendwelchen Deponien.
Bitte weiterlesen: Radioaktive Abfälle aus der Gasindustrie.

Samstag, 14. Mai 2011

Gedanken eines chinesischen Studenten über nukleare Energie

Arbeiter gestern in Fukushima gestorben

Die Presse meldet, dass ein Arbeiter in Fukushima gestorben ist. Es ist der erste Todesfall während der Reparaturarbeiten im Atomkraftwerk, das vom Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört wurde. Todesursache unbekannt.

Ist radioaktive Strahlung immer gefährlich?

Bislang vertrat die WHO immer dieselbe Position wie die IAEA: So genannte "interne radioaktive Strahlung", im Körper angereichert, sei nicht gefährlich. Damit ist nun Schluss. Dies schrieb die TAZ am 05.05.2011.

Kerngesund oder strahlend tot? - Ein Versuch zur Ernüchterung.

25 Prozent der Menschen sterben in den westlichen Kulturen an Krebs. Die Ursache lässt sich im Einzelfall fast nie der radioaktiven Strahlung sicher zuordnen. Das Gesundheitsmagazin  gibt einen gut verständlichen Überblick über unterschiedliche wissenschaftliche Positionierungen und über einen Zweig der Stammzellenforschung, die für den schlimmsten aller Fälle, eine Verstrahlung, Hilfe anbietet.
Themen:
  • Grenzwerte, Studien, Belastungen: Quellen und Links zur Strahlenforschung
  • Radioaktive Strahlung: Risiken oft falsch eingeschätzt
  • Wie Stammzellen Strahlenopfern helfen
Quelle: Gesundheitsmagazin, 12.05.11

Nukleartechnik an der TU München - ein kostspieliges Orchideen-Fach für ein elitäres Grüppchen?

Der Bayerische Rundfunk berichtet über den Stiftungslehrstuhl für Nukleartechnik an der TU München. Innerhalb von 5 Jahren hat E.on dafür die Kosten übernommen, jährlich 2,5 Millionen Euro, die andere Hälfte, so der Bayerische Rundfunk, sei aus dem Hochschuletat finanziert worden. Ab Frühling 2012 werde die TU den Lehrstuhl voraussichtlich alleine finanzieren und dafür rund eine Million Euro pro Jahr aufbringen müssen.
Dies ruft den Neid wegen der "paradiesischen Bedingungen" für die zurzeit nur fünf (5!) Studierenden hervor und die Forderung nach Abschaffung des Lehrstuhls. Diese Forderung verstehe wer will.

Video über nukleare Medizinforschung :)

Freitag, 13. Mai 2011

Gute Strahlen - schlechte Strahlen

Für Menschen, die im Strahlenumfeld arbeiten, gelten strenge Auflagen. Für Patienten, die beim Radiologen in den Computertomographen geschoben werden, gelten kein Limit und keine Kontrolle. „Sie bekommen in einer einzigen Untersuchung die halbe maximale Jahresdosis eines Kraftwerkmitarbeiters. In manchem Kurort dagegen verordnet man sogar radioaktive Radon-Strahlung gegen Rheuma auf Rezept.“ (Christian Seel, Gute Strahlen - schlechte Strahlen, in: gesund-magazin.de, 12.05.11)

Mittwoch, 11. Mai 2011

Haftpflichtversicherung für AKW. Und für Windkraftanlagen?

Mit einer Unterschriftenaktion will ausgestrahlt.de erreichen, dass Bundesregierung und Bundestag für alle Atomkraftwerke eine Betriebshaftpflichtversicherung mit unbegrenzter Deckung für alle Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden vorschreiben. Findet sich keine Versicherung, die bereit ist, diese Schäden abzudecken, müssen die AKW sofort stillgelegt werden." Die Organisatoren dieser Kampagne wissen natürlich: "Keine Versicherung ist bereit, die enorm risikobehafteten AKW vernünftig zu versichern."

Die Forderung nach einer verbindlichen Betriebshaftpflichtversicherung für alle AKW klingt überzeugend, ist aber unredlich. Es soll die Notwendigkeit zum endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie begründen, denn: "Müssten die Atomkonzerne das Risiko versichern, wäre Atomstrom vielfach teurer als heute und damit völlig unrentabel."

Aber die Allgemeinheit wird auch nicht auf den Kosten sitzen bleiben wollen, die durch Schäden an Winkraftanlagen oder durch sie entstehen. Windräder sind keine Spielzeuge und müssen ebenfalls versichert werden. Aber damit bekommen die Betreiber in Zukunft wohl große Probleme: "Wegen der Vielzahl von Schäden an Windkraftanlagen rücken die Grenzen der Versicherbarkeit in Sichtweite." (Quelle: VDI nachrichten, 6.5.11)

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Montag, 9. Mai 2011

IG BCE: Keine Empfehlung für "Ausstieg sofort".

Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, sagte in einem Interwiev mit dem Tagesspiegel:
"Wir müssen uns auf den Weg machen, aber an festgelegten Stationen immer wieder überprüfen, ob wir richtig unterwegs sind, ob die Annahmen zum Ausstieg sich als realistisch erweisen. In einem unabhängigen Monitoring wird dann beispielsweise zu klären sein: Bleibt der Ausstieg kompatibel mit den Klimazielen? Wie entwickeln sich die Ersatzkapazitäten? Wie schnell werden die erneuerbaren Energien grundlastfähig? Für all das sind Innovationen Voraussetzung, die es vielleicht morgen oder übermorgen, aber noch nicht heute gibt."

Die IG BCE werde keine Empfehlung „Ausstieg sofort“ aussprechen. "Vermutlich werden wir mehrere Szenarien aufzeigen. Damit die Gesellschaft sich am Ende bewusst ist, welche auch finanziellen Folgen welcher Weg hat." (Der Tagesspiegel, 09.05.11, Gewerkschaftschef Vassiliadis: „Verzichten wir auf Kernkraft, brauchen wir Ersatz.“)

Gesundheitsrisiko: Rauchen


Die Hauptursache für vermeidbare Todesfälle ist weltweit der Tabakkonsum. Kein Konsumprodukt ist gefährlicher als Tabak und keines verursacht mehr Todesfälle: Rauchen tötet ca. 5 Millionen pro Jahr.
Bitte weiterlesen: Gesundheitsrisiko: Rauchen

Freitag, 6. Mai 2011

Indiens intelligente Energiepolitik

Tulsi Tanti, Inder, Chef des Windradherstellers Suzlon, Milliardär, besitzt über 90 Prozent des Hamburger Windturbinenherstellers Repower, sagt klar: "Wir brauchen auch Atomenergie". Schließlich seien fast sieben Milliarden Menschen mit Energie zu versorgen und dabei die Welt nicht zu verschmutzen.
Das Interesse an dem Standort Deutschland begründet Tulsi Tanti mit dem großen Know-how. "Wir haben nicht umsonst vier Entwicklungszentren in der Bundesrepublik. Deutsche Ingenieure können mit ihrer Erfahrung aus den bereits vorhandenen Anlagen schon die nächste Generation an Turbinen entwickeln."
Das weniger sachlich als vor allem ideologisch begründete Ziel, die Energiegewinnung in Deutschland komplett auf erneuerbare Energie umzustellen, wobei die Offshore Windkraftanlagen ein besonders hohes finanzielles staatliches Engagement erfordern, führt möglicherweise dazu, dass für Forschung und Entwicklung zu wenig Geld übrig bleiben wird. Der komplette Verzicht auf die Kernenergie beinhaltet außerdem das Risiko, Atomstrom zukünftig im Ausland kaufen zu müssen.
Was aber in Deutschland ganz und gar aus den Augen verschwindet, ist die größere Aufgabe, "fast sieben Milliarden Menschen mit Energie zu versorgen und dabei die Welt nicht zu verschmutzen." (Tulsi Tanti, Interview mit Tulsi Tanti, in: SpiegelOnline, 7.3.11)
Indiens Energiepolitik ist intelligent.

"Das ist wahrlich ein Zeichen von Wohlstand."

... sagte Bill Gates staunend bei einem Besuch in Berlin, Anfang April, als er erfuhr, dass die Deutschen ihre Atomkraftwerke abschalten wollen. (in: WeltOnline, 7.4.11)

Donnerstag, 5. Mai 2011

Lateinamerika hält an seinen Nuklearprogrammen fest

GIGA, German Institute of Global and Area Studies / Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, berichtet, dass Lateinamerika trotz Fukushima an seinen Nuklearprogrammen festhält. Anders als speziell in Deutschland sei durch die Ereignisse in Japan in Lateinamerika nur eine begrenzte Atomdebatte losgetreten worden. Insbesondere Argentinien, Brasilien und Chile halten dem Bericht zu Folge unbeirrt am Bau neuer Atomkraftwerke fest. (Giga Focus, 4-11, Fukushima zum Trotz: Lateinamerika hält an seinen Nuklearprogrammen fest, pdf)