Montag, 30. Mai 2011

Klaus Töpfer, der Vorsitzende der Ethikkommision und früherer Umweltminister (CDU) sagte, in der ganzen Welt gebe es eine enorme Aufmerksamkeit für den Wechsel des Energiekurses in Deutschland. "Wenn das gelingt, ist es eine große Chance auch für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft." (zitiert in: ZDFheute, 30.05.11)
Gefunden bei twitter:
Germany's not "leading" anything. They're tucking their tail between their legs are running from a phantom.

Sonntag, 29. Mai 2011

Ethikkommission. Fachleute nicht erwünscht.

Es ist möglich, dass die Ethikkommission, die nach dem GAU in Japan eingerichtet wurde, ein "kluger Schachzug" von Angela Merkel war, um die "Ausstiegsbremser in den eigenen Reihen in die Schranken zu weisen". (Atomausstieg: Raus aus der Kampfzone, in: ZDFheute, 29.05.11)
Kann eine kluge Politik es sich leisten, nicht den Rat von Atom-Fachkräften einzuholen, wenn es um die Frage der Sicherheit und der Energieversorgung in der Zukunft geht?
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Gabriel (SPD) hält die Gefahren durch Blackouts für "absolut realistisch"

Sigmar Gabriel fordert "Sorgfalt vor Schnelligkeit". "Ich rate uns sehr dazu, dass wir sorgfältig beraten, was wir da tun und nicht im Schweinsgalopp da durchgehen". (zitiert in: Tagesschau, 29.05.11)

Samstag, 28. Mai 2011

Donnerstag, 26. Mai 2011

Ist Kernenergie erneuerbar?

Der Deutsche Akademische Austauschdienst e. V. (DAAD), eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen und der Studierenden zur Pflege ihrer internationaler Beziehungen, vermittelt Studenten in Dalian, China, wichtige Erkenntnisse zum Umgang mit Müll: Ziel des Projektes ist es, den Studenten ein Bewusstsein für umweltrelevante Themen nahe zu bringe, "z.B. wird Papier sorglos fallen gelassen, Müll stapelt sich in Klassenzimmern, Plastiktüten wehen durch die Gegend, Abfalleimer wie man sie aus Deutschland kennt, fehlen", und selbstverständlich geht es dabei auch um Atommüll. Schließlich ist Müll Müll.
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Schweizer Bundesrat empfiehlt langsamen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2034

Der Schweizer Bundesrat beschloss am 25.05.11 einen langsamen Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2034. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Ausstiegsbeschluss äußerst knapp ausgefallen sei. "Dem Vernehmen nach standen drei atomkritische, links-bürgerliche Frauen drei atomfreundlichen Männern der konservativ-liberalen Rechten gegenüber. Zünglein an der Waage war Leuthard von der christlichsozialen Volkspartei, die sich schließlich ihren Kolleginnen anschloss." (Kirchner, Thomas: Schweiz beschließt Atomausstieg, in: sueddeutsche.de, 25.05.11)
Die meisten Zeitungsmeldungen erwähnen nicht, dass es sich bei dem Beschluss des Bundesrats lediglich um eine Empfehlung handelt, langfristig aus der Atomenergie auszusteigen.

Dienstag, 24. Mai 2011

Netzausbaubeschleunigungsgesetz (Nabeg)

Dem Handelsblatt liegt der Entwurf für ein Netzausbaubeschleunigungsgesetz (Nabeg) für den "Ausbau des Übertragungsnetzes mit überregionaler oder europäischer Bedeutung" vor. (Bund will Zuständigkeit für Netzausbau, Handelsblatt, 24.05.2011)

Schneller Atomausstieg führt Deutschland in die Isolation

Das siebente Treffen des European Nuclear Energy Forum (ENEF) fand am 19. und 20 May 2011 in Prag statt. An diesem Treffen nahmen EU- und nationale Politiker teil, offizielle Vertreter internationaler Organisationen, Repräsentanten der Atomindustrie und von Behörden.

Mehrere Länder bestätigten nochmals ihre Absicht, an ihren Plänen zum Bau neuer Atomkraftwerke festzuhalten.

Swissgrid: Ohne Stromnetzausbau kein Atomausstieg

Die Schweizer Netzgesellschaft Swissgrid hält einen kurzfristigen Ausstieg aus der Atomenergie für unrealistisch. (Schweizer Fernesehen, 24.05.2011)
Der Swissgrid-Chef Pierre-Alain Graf erklärte, Voraussetzung dafür sei, dass bis 2020 rund 1000 Kilometer Leitungen erneuert werden könnten. Die Kosten dafür betrügen rund vier bis sechs Milliarden Franken. Er wies auf einen Bewilligungszeit von etwa 15 bis 20 Jahren hin. In den letzten zehn Jahren hat Swissgrid lediglich 150 Kilometer Leitungen erneuert.

Historisch falsche Weichenstellung in der Kernforschung und die Folgen

"Eine fatale Folge der Polarisierung der Positionen im Atomkonflikt besteht darin, dass sich keine Seite mehr für Alternativen innerhalb der Kerntechnik interessiert", sagt Joachim Radkau, der bis zu seiner Emeritierung 2009 Professor für Technikgeschichte an der Universität Bielefeld war und zahlreiche Bücher über Technik, Politik und Gesellschaft geschrieben hat (zit. in: VDI-Nachrichten, 20.05.11)

Schwachstellen deutscher AKW

Nicht die Kernenergie bringt die Kerntechnologie in Verruf, sondern das absurde Spektakel, das sich eine Schar von Politikern erlaubt, die die Frage der Sicherheit und ihrer Kontrollpflicht nach dem Politbarometer richtet!

Störfälle

Frech gefragt: Gibt es einen Industriezweig, der ähnlich nachvollziehbare Fehlermeldungen für sicherheitsrelevante Ereignisse wie die Atomkraftwerke liefert?

Sonntag, 22. Mai 2011

Ist ein Blackout im Winter 2011/12 realistisch?

Umwelt- und Energiepolitiker von SPD und Grünen schätzen die Gefahr eines weitflächigen Stromausfalls in Deutschland gering ein. Spekulationen über einen drohenden Blackout bezeichnete Grünen-Fraktionschef Trittin als „hochgradig unseriös“. „Es wird nach unserer Auffassung keine Probleme geben.“ (zitiert in: Berliner Morgenpost, 22.05.11)
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Kleinfeld: Schneller Ausstieg - Risiko für die industrielle Entwicklung in Deutschland

Klaus Kleinfeld, frühere Siemens-Vorstand und heute Chef des Aluminiumriesen Alcoa, gehört zu den einflussreichsten Managern in den USA.
Alcoa werde angesichts der Energiedebatte keine neuen Produktionsstätten in Deutschland aufbauen: "Wenn es um die Herstellung des Grundmaterials geht, gibt es weltweit genügend Standorte, an denen Energie deutlich günstiger und trotzdem sauber ist", sagte Alcoa-CEO Klaus Kleinfeld der "Welt am Sonntag" (WaS). Alcoa unterhalte derzeit vier Standorte in Deutschland, an denen Aluminium weiterverarbeitet wird.
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Freitag, 20. Mai 2011

Tschernobyl-Bäume passen sich an

Forscher fanden heraus, dass sich die strahlungsempfindliche Erbsubstanz DNA im Zellkern bis zu einem gewissen Grad selbst vor Radioaktivität schützen kann. „Für uns war es sehr überraschend, dass wir an vielen Regionen des großen Genoms der Kiefer Veränderungen beobachten konnten, die offenbar als Anpassung auf die erhöhte Strahlung zu sehen sind“, so der Leiter des Forschungsprojekts, Professor Reiner Finkeldey. (Universität Göttingen, 20.04.2011, in: scinexx)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Die vierte Generation der Kernkraftwerke schließt GAUs naturgesetzlich aus

2008 sagte Fritz Vahrenholt, Geschäftsführer der RWE-Tochter RWE Innogy:  
"Die vierte Generation der inhärent sicheren Kernkraftwerke, wozu etwa der Hochtemperaturreaktor gehört, schließt GAUs naturgesetzlich aus." 
Das Problem der Endlagerung wäre mit Hilfe der Transmutation zu lösen, die Kernenergie wäre beherrschbar und fehlertolerant. Darüber gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Energiekonzerne wissen dies, aber sie hören diese Nachricht nicht besonders gerne. schließlich lässt sich mit den alten Atomkraftwerken sehr viel mehr Geld verdienen (Gewinnmarge 40%). Auch mit der Wiederaufbereitung, den Transporten und der Endlagerung lässt sich sehr viel Geld verdienen. Und darauf wollen sie nicht freiwillig verzichten. Und die Atomkraftgegner? Was wären sie ohne Castortransporte? In diesem Punkt sind sich beide Seiten einig: Joschka Fischer ist wohl kaum umsonst seit 2009 als Berater bei RWE tätig.

>>> Transmutation

Dienstag, 17. Mai 2011

Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?

Am 14.09.2010, fast genau ein halbes Jahr vor dem Reaktorunglück in Fukushima, schrieb die „Welt“: „Der Energiesprecher von Greenpeace indes lehnte die Transmutation ab, er ziehe die Endlagerung vor. Ein Schelm, wer dabei denkt, das Problem der Entsorgung solle als Druckmittel vorerst ungelöst bleiben. Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?“ (Kulke, Ulli; Transmutation. Atommüll wird in 20 Jahren nicht mehr strahlen, in: Welt Online, 14.09.2010)
Dieser Satz prägte sich mir ein: "Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?“Und ich begann, dieser Sache nachzugehen.
>>> Bitte weiterlesen:

RWE beteiligt sich an AKW in den Niederlanden

Spiegel Online meldet, dass RWE plant, sich mit einer Milliarden-Investition am Bau eines Atommeilers in den Niederlanden zu beteiligen.

Sonntag, 15. Mai 2011

AKW Grafenrheinfeld: Riss im Rohr

Die Mainpost meldete am 12. Mai, dass der Leiter des AKW Grafenrheinfeld einen Riss im Rohrstutzen im Primärkreislauf bekanntgegeben hat. (in: Mainpost, 12.05.11)
Der Bayerische Rundfunk hatte am 16.02.11 bereits darüber berichtet: BR, Risse im Rohr und im Vertrauen?
Ich weiß nicht, wie lange der Riss dort schon vorhanden war, ob und warum niemand darauf bestanden hat, das Rohrstück auszuwechseln. Die Informationen fließen spärlich. Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, ob Informationen bewusst zurück gehalten werden oder ob Gleichgültigkeit oder Wissensmangel der Grund dafür sind. Es liegt auch nicht am "Kapitalismus"; denn der wechselt keine Rohre aus. Ich finde es  richtig, dass die Bürger Rechenschaft von den Betreibern einfordern und hartnäckig bleiben, so lange bis die Fehler beseitigt sind.  
Wenn aber jemand aus diesem Vorfall schließt, dass AKW viel zu gefährlich sind und abgeschaltet werden müssen, weil sie nicht beherrschbar seien und Menschen eben Fehler machten, dann frage ich mich, warum mann dann nicht fordert, die Kohle- und Gasförderung komplett einzustellen?
Mit jedem Barrel Öl und jedem Kubikmeter Gas werden große Mengen radioaktiver Abfälle an die Oberfläche gepumpt. Schlämme, Abwässer und Ablagerungen sind mit Radium 226, Polonium 210 und anderen gefährlichen Stoffen versetzt. Allein in Deutschland werden auf diese Weise 700 bis 1700 Tonnen hoch giftiger, radioaktiver Müll jährlich produziert und verschwinden unkontrolliert und ungekennzeichnet auf irgendwelchen Deponien.
Bitte weiterlesen: Radioaktive Abfälle aus der Gasindustrie.

Samstag, 14. Mai 2011

Gedanken eines chinesischen Studenten über nukleare Energie

Arbeiter gestern in Fukushima gestorben

Die Presse meldet, dass ein Arbeiter in Fukushima gestorben ist. Es ist der erste Todesfall während der Reparaturarbeiten im Atomkraftwerk, das vom Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört wurde. Todesursache unbekannt.

Ist radioaktive Strahlung immer gefährlich?

Bislang vertrat die WHO immer dieselbe Position wie die IAEA: So genannte "interne radioaktive Strahlung", im Körper angereichert, sei nicht gefährlich. Damit ist nun Schluss. Dies schrieb die TAZ am 05.05.2011.

Kerngesund oder strahlend tot? - Ein Versuch zur Ernüchterung.

25 Prozent der Menschen sterben in den westlichen Kulturen an Krebs. Die Ursache lässt sich im Einzelfall fast nie der radioaktiven Strahlung sicher zuordnen. Das Gesundheitsmagazin  gibt einen gut verständlichen Überblick über unterschiedliche wissenschaftliche Positionierungen und über einen Zweig der Stammzellenforschung, die für den schlimmsten aller Fälle, eine Verstrahlung, Hilfe anbietet.
Themen:
  • Grenzwerte, Studien, Belastungen: Quellen und Links zur Strahlenforschung
  • Radioaktive Strahlung: Risiken oft falsch eingeschätzt
  • Wie Stammzellen Strahlenopfern helfen
Quelle: Gesundheitsmagazin, 12.05.11

Nukleartechnik an der TU München - ein kostspieliges Orchideen-Fach für ein elitäres Grüppchen?

Der Bayerische Rundfunk berichtet über den Stiftungslehrstuhl für Nukleartechnik an der TU München. Innerhalb von 5 Jahren hat E.on dafür die Kosten übernommen, jährlich 2,5 Millionen Euro, die andere Hälfte, so der Bayerische Rundfunk, sei aus dem Hochschuletat finanziert worden. Ab Frühling 2012 werde die TU den Lehrstuhl voraussichtlich alleine finanzieren und dafür rund eine Million Euro pro Jahr aufbringen müssen.
Dies ruft den Neid wegen der "paradiesischen Bedingungen" für die zurzeit nur fünf (5!) Studierenden hervor und die Forderung nach Abschaffung des Lehrstuhls. Diese Forderung verstehe wer will.

Video über nukleare Medizinforschung :)

Freitag, 13. Mai 2011

Gute Strahlen - schlechte Strahlen

Für Menschen, die im Strahlenumfeld arbeiten, gelten strenge Auflagen. Für Patienten, die beim Radiologen in den Computertomographen geschoben werden, gelten kein Limit und keine Kontrolle. „Sie bekommen in einer einzigen Untersuchung die halbe maximale Jahresdosis eines Kraftwerkmitarbeiters. In manchem Kurort dagegen verordnet man sogar radioaktive Radon-Strahlung gegen Rheuma auf Rezept.“ (Christian Seel, Gute Strahlen - schlechte Strahlen, in: gesund-magazin.de, 12.05.11)

Mittwoch, 11. Mai 2011

Haftpflichtversicherung für AKW. Und für Windkraftanlagen?

Mit einer Unterschriftenaktion will ausgestrahlt.de erreichen, dass Bundesregierung und Bundestag für alle Atomkraftwerke eine Betriebshaftpflichtversicherung mit unbegrenzter Deckung für alle Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden vorschreiben. Findet sich keine Versicherung, die bereit ist, diese Schäden abzudecken, müssen die AKW sofort stillgelegt werden." Die Organisatoren dieser Kampagne wissen natürlich: "Keine Versicherung ist bereit, die enorm risikobehafteten AKW vernünftig zu versichern."

Die Forderung nach einer verbindlichen Betriebshaftpflichtversicherung für alle AKW klingt überzeugend, ist aber unredlich. Es soll die Notwendigkeit zum endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie begründen, denn: "Müssten die Atomkonzerne das Risiko versichern, wäre Atomstrom vielfach teurer als heute und damit völlig unrentabel."

Aber die Allgemeinheit wird auch nicht auf den Kosten sitzen bleiben wollen, die durch Schäden an Winkraftanlagen oder durch sie entstehen. Windräder sind keine Spielzeuge und müssen ebenfalls versichert werden. Aber damit bekommen die Betreiber in Zukunft wohl große Probleme: "Wegen der Vielzahl von Schäden an Windkraftanlagen rücken die Grenzen der Versicherbarkeit in Sichtweite." (Quelle: VDI nachrichten, 6.5.11)

>>> bitte weiterlesen:

Montag, 9. Mai 2011

IG BCE: Keine Empfehlung für "Ausstieg sofort".

Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, sagte in einem Interwiev mit dem Tagesspiegel:
"Wir müssen uns auf den Weg machen, aber an festgelegten Stationen immer wieder überprüfen, ob wir richtig unterwegs sind, ob die Annahmen zum Ausstieg sich als realistisch erweisen. In einem unabhängigen Monitoring wird dann beispielsweise zu klären sein: Bleibt der Ausstieg kompatibel mit den Klimazielen? Wie entwickeln sich die Ersatzkapazitäten? Wie schnell werden die erneuerbaren Energien grundlastfähig? Für all das sind Innovationen Voraussetzung, die es vielleicht morgen oder übermorgen, aber noch nicht heute gibt."

Die IG BCE werde keine Empfehlung „Ausstieg sofort“ aussprechen. "Vermutlich werden wir mehrere Szenarien aufzeigen. Damit die Gesellschaft sich am Ende bewusst ist, welche auch finanziellen Folgen welcher Weg hat." (Der Tagesspiegel, 09.05.11, Gewerkschaftschef Vassiliadis: „Verzichten wir auf Kernkraft, brauchen wir Ersatz.“)

Gesundheitsrisiko: Rauchen


Die Hauptursache für vermeidbare Todesfälle ist weltweit der Tabakkonsum. Kein Konsumprodukt ist gefährlicher als Tabak und keines verursacht mehr Todesfälle: Rauchen tötet ca. 5 Millionen pro Jahr.
Bitte weiterlesen: Gesundheitsrisiko: Rauchen

Freitag, 6. Mai 2011

Indiens intelligente Energiepolitik

Tulsi Tanti, Inder, Chef des Windradherstellers Suzlon, Milliardär, besitzt über 90 Prozent des Hamburger Windturbinenherstellers Repower, sagt klar: "Wir brauchen auch Atomenergie". Schließlich seien fast sieben Milliarden Menschen mit Energie zu versorgen und dabei die Welt nicht zu verschmutzen.
Das Interesse an dem Standort Deutschland begründet Tulsi Tanti mit dem großen Know-how. "Wir haben nicht umsonst vier Entwicklungszentren in der Bundesrepublik. Deutsche Ingenieure können mit ihrer Erfahrung aus den bereits vorhandenen Anlagen schon die nächste Generation an Turbinen entwickeln."
Das weniger sachlich als vor allem ideologisch begründete Ziel, die Energiegewinnung in Deutschland komplett auf erneuerbare Energie umzustellen, wobei die Offshore Windkraftanlagen ein besonders hohes finanzielles staatliches Engagement erfordern, führt möglicherweise dazu, dass für Forschung und Entwicklung zu wenig Geld übrig bleiben wird. Der komplette Verzicht auf die Kernenergie beinhaltet außerdem das Risiko, Atomstrom zukünftig im Ausland kaufen zu müssen.
Was aber in Deutschland ganz und gar aus den Augen verschwindet, ist die größere Aufgabe, "fast sieben Milliarden Menschen mit Energie zu versorgen und dabei die Welt nicht zu verschmutzen." (Tulsi Tanti, Interview mit Tulsi Tanti, in: SpiegelOnline, 7.3.11)
Indiens Energiepolitik ist intelligent.

"Das ist wahrlich ein Zeichen von Wohlstand."

... sagte Bill Gates staunend bei einem Besuch in Berlin, Anfang April, als er erfuhr, dass die Deutschen ihre Atomkraftwerke abschalten wollen. (in: WeltOnline, 7.4.11)

Donnerstag, 5. Mai 2011

Lateinamerika hält an seinen Nuklearprogrammen fest

GIGA, German Institute of Global and Area Studies / Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, berichtet, dass Lateinamerika trotz Fukushima an seinen Nuklearprogrammen festhält. Anders als speziell in Deutschland sei durch die Ereignisse in Japan in Lateinamerika nur eine begrenzte Atomdebatte losgetreten worden. Insbesondere Argentinien, Brasilien und Chile halten dem Bericht zu Folge unbeirrt am Bau neuer Atomkraftwerke fest. (Giga Focus, 4-11, Fukushima zum Trotz: Lateinamerika hält an seinen Nuklearprogrammen fest, pdf)

Mittwoch, 4. Mai 2011

Atommüll

Atommüll bereitet den meisten Menschen großes Kopfzerbrechen. Zudem, sagt Greenpeace, gebe es nach wie vor keine Lösung für das Atommüllproblem und fordert u.a. deshalb den Ausstieg aus der Atomenergie. Wenn dieses Argument stichhaltig sein soll, müssten aus meiner Sicht folgende Fragen beantwortet sein:
  1. Als erstes fällt mir die Frage der Müllvermeidung in den Sinn. Müssen eigentlich aus dem Produktionsprozess so viele Tonnen Müll übrig bleiben (ca. 97%)? Oder: Gibt es Vorschläge dafür, wie dieser "Müll" weiter genutzt werden kann (Rüstungsindustrie ausgenommen)?
  2. War vielleicht der "Müll" eine wundersame Quelle der Geldvermehrung für die Energiekonzerne, so dass sie gar kein Interesse an einer anderen Lösung hatten? Welche Rolle hat dabei die Politik gespielt? 
  3. Wie kann Greenpeace (und andere) erklären, dass Atomenergie-Konzerne, die aus ihrer Sicht für den Profit Leib und Leben von Menschen aufs Spiel setzen, aber für die nicht weniger Sensibilität erfordernde Energieversorgung durch Windkrafträder, Solarenergie und Biomasse der richtige Partner zu sein scheinen, ja von Greenpeace zur Übernahme einer zentralen Rolle geradezu aufgefordert werden? ("RWE hat das Potential, einer der Player der Energiewende zu werden. Als finanzstarkes Großunternehmen könnte es zum Beispiel in Offshore-Windparks investieren. Regionalen Energieversorgern fehlt hier oft die finanzielle Möglichkeit." www.greenpeace.de)  

Dienstag, 3. Mai 2011

Kernkraft weltweit - Eine Übersichtskarte

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) gibt an, dass sich derzeit 60 Länder für die Einführung der Atomenergie interessieren. 10 bis 25 Länder könnten bis 2030 ihre ersten Reaktoren anwerfen.
Nach Ansicht des IAEA-Chefs Yukiya Amano ändert die Katastrophe von Fukushima nichts am AKW-Bedarf, weil die Welt eine stabile Energiequelle brauche und etwas gegen den Klimawandel tun müsse.
Die Übersichtskarte finden Sie bei: DiePresse.com

Kontrolle

Die Frage der Sichherheit von AKW ist nach Auffassung von Heinz Smital, dem Greenpeace-Atomexperten, eine Angelegenheit der Energiekonzerne selbst: Die mittelbayerische schreibt:
Aus Sicht von Greenpeace sei die Forschung über Reaktorsicherheit keine staatliche Aufgabe, sagte Smital. "Ein Fahrzeughersteller muss auch das komplette Gerät entwickeln und kann nicht den Staat Crash-Test, Airbag und ABS bezahlen lassen."
Soll das etwa auch für staatliche Kontrollfunktion in der Lebensmittelindustrie oder in anderen Industriezweigen gelten? Wenn die Lebensmitelindustrie kein Gammelfleisch feststellt, gibt es keins? Wenn Aspartam in unsere Nahrung gemischt wird und die Lebensmittelindustrie keine Einwände dagegen hat, gibt es keinen Krebs?

Liefert Smital hier eine Rechtfertigung für Parteien, sich aus der Verantwortung für unsere Gesundheit herausstehlen wollen? Möglicherweise. Denn dieses Argument könnte einer der Gründe für die von u.a. den Grünen überaus emotional geführte Diskussion über das Restrisiko der Kernenergie sein und auch ein Grund dafür, dass alle Bundesparteien auf den Kurs von Greenpeace einschwenken. Es ist zu prüfen, ob die Zahlen, mit denen Greenpeace die Risiken benennt, sauber belegt sind. In der Frage der KiKK-Studie und der Kinderleukämie ist dies jedenfalls nicht der Fall!

Noch ein Kuriosum in der KiKK-Studie!

,KiKKEin weiteres Kuriosum sollte nicht unerwähnt bleiben: Ein Physiker, der behauptet, als einziger die Studie auch gelesen zu haben, weist darauf hin, dass in der 60-65-Kilometer-Zone um deutsche Kernkraftwerke die Wahrscheinlichkeit für Kinderleukämie signifikant erniedrigt ist (s. Diagramm), ca. 1/3 der normalen Rate!
Also alle deutschen Kinder sofort in diese Zone umsiedeln!

Montag, 2. Mai 2011

RWE-Chef Großmann – "Ich war nie Kernkraftjünger"

Interview welt.online mit Jürgen Großmann, RWE-Chef, Fritz Vahrenholt, Chef der RWE-Tochter Innogy, und Otto Schily

Großmann: Ich möchte nicht auf den Ewiggestrigen reduziert werden, der Atomkraft als Allheilmittel predigt. Atomkraft macht doch bei RWE schon heute nur rund zehn Prozent des Unternehmenswertes und 20 Prozent der Stromerzeugung aus. Wir versuchen doch mit aller Macht, das Unternehmen auf erneuerbare Energien zu trimmen. Wer hätte denn vor ein paar Jahren gedacht, dass wir einmal einen Erneuerbaren-Jünger wie Fritz Vahrenholt an führender Stelle beschäftigen würden?

Vahrenholt: Und ich bin ja nicht der Einzige. Wir haben bei Innogy mittlerweile 1500 Jünger. Wissen Sie, wie viele meiner Kollegen bin ich ja Windmensch durch und durch. Meine Sorge ist aber, dass wir die Erneuerbaren so überfordern, dass es am Ende einen gefährlichen Rückschlag bei der Akzeptanz geben wird?…

Großmann:...so ist es. Jetzt sind alle noch dafür. Aber wenn die Preise nach oben gehen, weil das Angebot an alternativen Energien einfach zu knapp ist, dann wird es einen Aufschrei geben. Dann werden die Erneuerbaren in Verruf geraten, und dann haben wir das Gegenteil von dem erreicht, was wir wollen.

Quelle: welt.online, 01.05.2011.